Das neue Frühlingsmenü in der Stasi-Kantine

Es wird wärmer, die Bäume treiben Knospen, die Inflation bereits neue Blüten … da wird es Zeit für eine preisliche Anpassung in der Gebührentabelle für die angebotenen Diätgedecke.

Genauer, die Telefonanbieter haben erfolgreich rumgeheult, dass ihnen die ganze Abhörtechnik auf eigene Kosten hinzustellen dann doch zu teuer wird, und nun soll – auf gemeinsamen Wunsch der “Unbestechlichen” und der “Standhaften” hin – beschlossen werden (wahrscheinlich mal wieder an einem Termin, wo unser gewähltes Vertretervolk bereits im milden Rotweinrausch im Fond des Wagens von der Fahrbereitschaft sanft nach Hause geschaukelt wird) – den Jungs die Sache ein wenig zu versüssen – von ihrem hartverdienten Geld … ach ne, unseres … oder … naja, egal …

So kostet die Abhörung auf einem ISDN-Anschluss 125€, dür einen DSL-Teilnehmer werden 200€ fällig, Verlängerung oder Anschlussumstellung kostet 35€. Wenn das Blech beim Provider mehr als 10.000 wert ist, dann kostet die Nutzung im Bereich 5€/h, oder auch 80€ pro Tag.
Die Abfrage, ob ein Mobilfunkteilnehmer im Gebiet sowieso war und von dort telefoniert hat, kann – so der Teilnehmer mehr als 25km zurückgelegt hat – gerne auch mal 1000€ kosten – das ist dann “entfernungsabhängig”.

Rechnerisch ergibt sich da so etwas wie: wenn ÖserBöserMann(TM) mit einem Auto bei 140 auf der Autobahn auch nur 10 Minuten telefoniert, schlummert dann für 6 Monate eine 1000€-Rechnung in den Datenbanken. Fällig und zahlbar, wenn “WirLiebenEuchDochAlle(R)” auf die Spurensuche gehen.

Nach den Prinzipien der Marktwirtschaft müssen die Provider dann strengstens daran interessiert sein, ihre Technik preislich auf jeden Fall über den Triggerschwellen zu platzieren, und danach mit maximaler Vermiet-auslastung zu betreiben.
Das Szenario der “Aktiven Vermarktung” drängt sich unter diesen Konditionen unübersehbar auf.

Nun ja, man bestelle sich zum Dessert einen doppelten Espresso, extrahiert aus ca. einer Million abgehörter Telefonate des letzten Jahres und lasse sich das ganze auf der mentalen Zunge zergehen.
Dabei Studium der Stellenanzeigen, ob nicht vielleicht schon altgediente SEOler als “TKÜV-Abfrageprofil-Optimizer” gesucht werden.

One Response to “Das neue Frühlingsmenü in der Stasi-Kantine”

  1. tom says:

    Ich stelle mir das gerade lebhaft vor:
    “Hör doch endlich auf zu telefonieren! Das kostet wieder Unsummen von Geld!”
    “Aber wir haben doch die tolle *ASE Flatrate?”
    “Aber was die Überwachung von deinem Tratsch wieder kostet!1!!”

    Vielleicht gibts demnächst ja auch einen pauschalen Überwachungsaufschlag auf die Telefonrechnung. Sicherheit muss ja schließlich solidarisch getragen werden.

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